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Rückblick: Romeo und Julia

„Und ich dachte immer, Romeo und Julia wäre voll langweilig!“

Die Mittel- und Oberstufen-Theater AG des Albert-Einstein-Gymnasiums unter Leitung ihrer Lehrerin und Theaterpädagogin (BuT) Bettina Klett-Jung und ihrer Regieassistentin Verena Nestele begeisterte die Zuschauer an zwei ausverkauften Abenden mit ihrer modernen und erfrischenden Inszenierung von Shakespeares „Romeo und Julia“.
Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8-12 zeigten ihre eigene Fassung von „Romeo und Julia“, bei der Shakespeares Originaltext gekürzt und aktualisiert wurde und mit eigenen biografischen Texten der Schülerinnen und Schüler z.B. zum Verhältnis zu den eigenen Eltern verwoben wurde. Die Mischung wirkte dabei stimmig und ausbalanciert.
Für den Zuschauer wurde deutlich, dass im Mittelpunkt der gemeinsamen Erarbeitung der Inszenierung immer die Frage stand, was diese über 400 Jahre alte Geschichte mit den Schülerinnen und Schülern und deren Lebenswelt heute noch zu tun hat und welche Aspekte des Dramas für sie heute noch relevant sind.
So wurden viele eigene Ideen der Schülerinnen und Schüler in die Inszenierung eingearbeitet (wie z.B. ein Tanzbattle zwischen den verfeindeten Familien gleich zu Beginn zu Survivors „Eye of the Tiger“), ohne dabei die ursprüngliche Geschichte mit den komplexen Texten aus den Augen zu verlieren.
Im Zentrum der Inszenierung standen die Figuren des Dramas, welche von den 21 Schülerinnen und Schülern mit sehr viel Spielfreude und durch herausragende schauspielerische Leistungen zum Leben erweckt wurden.
Im Gegensatz zum Originaltext durften in dieser Inszenierung auch Figuren sprechen, die bei Shakespeare wenig oder gar nicht zu Wort kommen. So konnte z.B. Rosalind (Annika Schrenk), wegen welcher Romeo (Nils Ole Hinrichs) ja eigentlich auf die Party der Capulets gekommen war, auf der er dann Julia (Kaja Frommer) entdeckte und sich in diese schockverliebte, Romeo ihre Meinung über sein Verhalten und seine Beziehung zu Julia zu sagen. Und Julias Mutter (Giselle Görtz) bekam die Gelegenheit ihrer Tochter ihre Lebensgeschichte zu erzählen und ihr damit zu erklären, warum sie sich entsprechend verhielt.
Requisiten und Bühnenelemente wurden minimalistisch verwendet und gewannen gerade dadurch an Bedeutung. Die Bilder und die Atmosphäre, die in den Szenen entstand, war so besonders ausdrucksstark.
Hervorzuheben ist beispielsweise die Inszenierung der berühmten Liebesszene von Romeo und Julia, die zunächst lediglich durch eine Schattenwand zu sehen war, unterstützt von Taylor Swifts Song „Love Story“, ergänzt durch Bruchstücke des Originaltextes. So entstand eine sehr berührende Atmosphäre mit Gänsehautfeeling.
Erfrischend war, dass die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Inszenierung sogar noch mehr als Shakespeare mit comic relief arbeiteten, so z.B. durch das Erscheinen der überdrehten und zerzausten Verbindungslehrerin Lorenzia (Sabeth Horn) in ihrem bunten Jumpsuit und den wilden Dreadlocks, die gerne auch mal brachial den Schulgarten bearbeitete oder in Person der Ammen (Fabia Wolf und Emely Dobesch), die statt Julia auf ihre Fragen „von höchster Wichtigkeit“ zu antworten, lieber ihre Yogamatten ausbreiteten und wenig gekonnt sehr komplizierte Übungen ausführten.
Immer wieder durchbrachen die Schülerinnen und Schüler außerdem bewusst die vierte Wand und stellten damit klar, dass es sich hierbei um eine Inszenierung handelte. So wurde Graf Capulet von seinem Dienstboten (Anna Whittall), auf die Bühne gerufen, da Graf Capulet scheinbar seinen Einsatz verpasst hatte. Markus (Helena Soucheiron Roscher), ein Freund der Lorenzia, der auf der Suche nach einem Brecheisen war, um die Gruft, in der Julia lag, aufzubrechen, versuchte sein Glück vergeblich bei den Zuschauern. Benvolia (Sofia Ramos Kulzer), eine Freundin Romeos und Mercutios, ließ die Laserschwerter-Kampfszene zwischen Tybalt (Patrick Auwärter), Romeo und Mercutio (Joost Hinrichs), in welcher sowohl Mercutio als auch Tybalt ums Leben kamen, von Romeo, Mercutio und Tybalt noch einmal in slow motion wiederholen, um dem Präsidenten (Simon Naß) den Hergang zu schildern. Joost Hinrichs, der den Part des Mercutio übernommen hatte, reagierte auf diesen Wunsch nach Wiederholung mit den Worten „Hä? Ich dachte, ich hätte jetzt Pause, Mercutio ist doch tot und mein Kostüm ist doch auch schon in der Wäsche!“
Und auch Romeo und Julia kamen am Ende noch einmal zu Wort, obwohl beide zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits tot waren. Als sich ihre Väter (Finn Brodbeck und Julius Pohl), die sich gar nicht mehr recht entsinnen konnten, warum sie eigentlich „den Zwist in Gange brachten“, versöhnten, erhoben sich Romeo und Julia aus der Gruft, stellten sich vor die beiden Väter und kommentierten diese Versöhnung erstaunt und sehr altersgerecht treffend mit den Worten „Echt jetzt?!“
Die Mittel- und Oberstufen-Theater AG des AEG präsentierte den Zuschauern eine frische, zeitgemäße und kurzweilige Inszenierung von „Romeo und Julia“ und schaffte es den über 400 Jahre alten Dramenstoff auch für die jugendlichen Zuschauer des 21. Jahrhunderts zugänglich und ansprechend zu gestalten oder um es mit den Worten eines jungen Zuschauers zu sagen: „Und ich dachte immer, Romeo und Julia wäre voll langweilig!“
Für alle, die leider keine Karten mehr bekommen haben, ergibt sich die Chance am 2.Juli 2019. Dann werden die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufen-Theater AG des AEG einen Ausschnitt ihrer „Romeo und Julia“ Produktion im Kammertheater des Staatstheaters Stuttgart im Rahmen des Projekttages „Vorhang auf!“ präsentieren.

 

Diashow mit vielen weiteren Bildern:

 

Termine des AEG

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Alba-Austausch (Besuch der Gäste)
29 Apr 2019
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21 Mai 2019
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21 Mai 2019
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24 Mai 2019
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