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Bericht über LRS Veranstaltung am AEG am 28.11.

Am 28.11. fand am Albert-Einstein-Gymnasium eine Veranstaltung zum Thema Lese-Rechtschreib-Störung statt. Der Organisationskreis, der sich aus Eltern und Lehrern der Schule zusammensetzt, war von der Anzahl der Zuhörer an diesem Abend positiv überrascht. Ca. 90 Eltern, Lehrer und Lerntherapeuten wollten den Vortrag der zwei Referentinnen aus Freiburg hören. Ina-Maria Lienhart, die erste Vorsitzende des Landesverbands Legasthenie und Dyskalkulie Baden-Württemberg e.V., berichtete im ersten Vortragsabschnitt über die Hintergründe zu dieser Lernstörung, die sehr vielfältige Ausprägungen hat. "Jeder hat seine eigene Legasthenie" war ihre Erläuterung dazu. Lesen und Schreiben sind hochkomplexe Lernleistung von Kindern und fordern das Zusammenspiel von Hören, Sehen und Motorik. Bei Kindern mit Schwierigkeiten in einer oder mehrerer dieser Wahrnehmungsbereiche bilden sich verschiedene Fehlerbilder in Schrift- und Lesevermögen aus. Da  neurobiologische Gründe und auch häufig  genetische Veranlagungen ursächlich sind, sind sie nicht korrigierbar, allenfalls zu kompensieren. Die Kinder müssen, da sie ansonsten normale oder besondere Begabungen mitbringen, verschiedene Strategien zur Bewältigung finden. Die Störung hat aber starke Auswirkungen auf die schulische und berufliche Laufbahn, da häufig fälschlicherweise bei der Leistungseinstufung von einer intellektuellen Einschränkung ausgegangen wird.

Johanna Zier, Juristin und Psychologin klärte über die Möglichkeiten der Unterstützung in der Schule auf, die in einer Verwaltungsvorschrift zusammengefasst wurden.  Da die Vorschrift von Juristen formuliert wurde, ist es für Nicht-Juristen schwer, den Sinn zu verstehen und die möglichen Spielräume der praktischen Umsetzung zu erfassen. Generell gilt: Nur im Zusammenspiel zwischen Kind, Eltern und den unterrichtenden Lehrern ist eine optimale und faire Behandlung der LRS-Betroffenen möglich.

Am AEG haben betroffene Eltern in Zusammenarbeit mit der Beratungslehrerin und dem Elternbeirat einen Arbeitskreis zum Thema "Lese-Rechtschreib-Störung" gegründet. Auf der Veranstaltung haben sich ca. 30 Interessierte gemeldet, die über die weiteren Aktionen informiert werden. Zu einer geplanten Folgeveranstaltung am 6.2.2020 wird es bald weitere Informationen geben. Interessierte können sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bei dem Arbeitskreis melden.