Bericht

Studienfahrt nach Berlin 

Endlich ist es so weit: Für die Jahrgangsstufe 1 hat die lang ersehnte Studienfahrt nach Berlin begonnen! Vom 18. bis 22. Mai 2026 tauschen wir das Klassenzimmer gegen die geschichtsträchtigen Straßen der Metropole.

Unsere Reise startete am gestrigen Montag ganz entspannt im ICE. Nach einer reibungslosen Fahrt quer durch Deutschland haben wir am Nachmittag das Hotel H2 direkt am Alexanderplatz. Zentraler geht es kaum! Von hier aus haben wir den Fernsehturm fest im Blick und die perfekte Ausgangslage für die nächsten Tage.

Kaum eingecheckt, ging es auch schon direkt hinein ins Berliner Kulturleben. Bei einem Graffiti-Workshop durften wir selbst Hand anlegen. Nach einer kurzen Einführung in die Techniken und die Geschichte der Streetart hieß es: Masken auf, Dosen schütteln und loslegen!

An den legalen Spraywänden konnten alle ihre kreative Ader ausleben. Das Ergebnis? Sensationelle Bilder, leuchtende Farben und jede Menge Talent! Die entstandenen Kunstwerke können sich wirklich sehen lassen (vielleicht nehmen wir ja den einen oder anderen Streetart-Trend mit zurück an die Schule).

Was wäre der erste Abend in Berlin ohne das heimliche Nationalgericht der Stadt? Zum Abschluss des Tages gab es für ein paar den ersten echten Gemüsedöner – frisch, lecker und genau die richtige Stärkung nach dem kreativen Auspowern.

Am Dienstag Vormittag besuchten wir den Bundestag, hörten einen Informationsvortrag im Plenarsaal und genossen den Ausblick aus der Reichstagskuppel. Ein besonderes Highlight war die exklusive Einladung der Bundestagsabgeordneten Frau Hostert von der SPD in das Besucherrestaurant, wo wir uns bei gutem Essen stärken konnten. Nachmittags teilte sich die Gruppe für zwei bewegende Führungen in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen auf, die uns tiefe Einblicke in die Haftbedingungen politischer Gefangener gaben. Am Abend machten wir gemeinsam die Tanzfläche der bekannten Disko Matrix unsicher.

Der Mittwoch forderte unseren vollen Einsatz und spiegelte die Vielfalt der Stadt wider. Zuerst ging es interaktiv durch das Deutsche Spionagemuseum, bevor wir im Bundestag selbst zu Abgeordneten wurden. In einem Planspiel zum Gesetzgebungsverfahren debattierten wir über ein potenzielles Social-Media-Verbot bis 16 Jahren. Der Kurs hat mehrheitlich für eine Anpassung auf ein Verbot bis 12 Jahre abgestimmt. Trotz des einsetzenden Regenwetters teilte sich die Gruppe am Abend auf: Während ein Teil bei einem East Side Gallery Walk die Kunst auf den Mauerresten bewunderte, erlebte der andere Teil eine Stadtführung mit einem ehemaligen Obdachlosen, der gleichzeitig politischer Häftling in der DDR war.

Am Donnerstag stand ein offenes Gespräch mit Frau Hostert auf dem Programm. Wir diskutierten über hochaktuelle Themen wie Gewalt gegenüber Frauen, Gleichberechtigung, die Koalitionszusammenarbeit, die Migrationspolitik, Donald Trump und die Zukunft des Deutschlandtickets. Zudem erfuhren wir aus erster Hand, warum sie überhaupt Politikerin werden wollte. Im Anschluss teilte sich die Gruppe ein letztes Mal auf, um entweder im DDR Museum interaktiv in den sozialistischen Alltag einzutauchen oder in der Ausstellung Körperwelten faszinierende anatomische Einblicke zu gewinnen.

Am morgigen Freitag gilt es dann die Heimreise mit der Bahn anzutreten: Nach erlebnisreichen Tagen voller politischer Einblicke, historischer Eindrücke und gemeinsamer Erlebnisse verabschiedeten wir uns von Berlin. Die Studienfahrt bot uns nicht nur die Möglichkeit, die Hauptstadt besser kennenzulernen, sondern auch viele neue Erfahrungen zu sammeln und als Gruppe noch enger zusammenzuwachsen. Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck werden wird nach Böblingen heimkehren!

Text und Fotos: N. Rzotkiewicz